Forschung und Diskussion
Zur Geschichte, Wirkung und Aktualität
von Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus

Über uns: Das Villigster Forschungsforum zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus e.V.

Das Villigster Forschungsforum (VFF) fördert die Wissenschaft und Forschung zur Entstehung, Struktur, Bedeutung und Wirkung von Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus sowie zu den geschichtlichen Weisen ihrer Reflexion. Die regelmäßigen Mitgliedertreffen dienen dem Zweck, disziplinäre und interdisziplinäre Debatten weiterzuentwickeln und neue Argumente und Forschungsansätze zu philosophischen, politischen und künstlerischen Fragen zur Diskussion zu stellen.

Das Forschungsforum organisiert wissenschaftliche Veranstaltungen und Forschungsprojekte und fördert die Publikationsprojekte seiner Mitglieder. Darüber hinaus strebt es die Zusammenarbeit mit Menschen und Organisationen an, die zu den gleichen Themen arbeiten.

Das VFF wurde im Jahr 2000 von Promovierenden des Evangelischen Studienwerks Villigst e.V. gegründet und existiert seit dem Jahr 2003 als unabhängiger Verein, in dem sich auch Nicht-Stipendiat*innen engagieren. Organisatorisch ist dieser dem Evangelischen Studienwerk nach wie vor eng verbunden.  

Neuerscheinung 2025

Lukas Uwira, Jonas Hessenauer: „Israel in deutschen Medien. Eine qualitative Inhaltsanalyse antisemitischer und verzerrender Darstellungen“

Lukas Uwira ist Mitglied im Villigster Forschungsforum.

Aus der Verlagsankündigung:

„Die Studie untersucht die Darstellung Israels und des israelisch-palästinensischen Konflikts in deutschen Print- und Onlinemedien im Jahr 2023. Sie sensibilisiert für Verzerrungen sowie Aussagen, an die antisemitische oder rassistische Deutungsmuster anschließen können oder die Antisemitismus reproduzieren. Die Analyse zeigt unter anderem eine starke Fokussierung auf Gewalt und Eskalation, die Nutzung von NS-Analogien, eine tendenzielle Darstellung von Israel als alleinigem Aggressor, die Relativierung terroristischer Gewalt sowie eine häufig fehlende Kontextualisierung etwa historischer Ereignisse. Diese Darstellungsweisen können einseitige Israelbilder verfestigen, antisemitische Lesarten begünstigen und Ressentiments verstärken.“

Neuerscheinung 2025

Christoph Huber: „Ihre Stimmen zählen. Die Sichtweisen von Zwangssterilisierten und Angehörigen der NS-„Euthanasie“-Opfer im Erzählen und Gedenken“

Christoph Huber ist Mitglied im Villigster Forschungsforum.

Aus der Verlagsankündigung:

„Zu den Opfern des NS-Regimes gehören auch Menschen mit Behinderung und Psychiatrieerfahrungen. Die schätzungsweise 400.000 Zwangssterilisierten und die Angehörigen der etwa 300.000 durch die „Euthanasie“ Ermordeten wurden nach dem Krieg erneut ausgegrenzt und Forderungen nach Entschädigungen und weiteren Anerkennungen abgelehnt.
Die Stimmen der Betroffenen sind in umfangreichen Interviews zugänglich. Huber untersucht die Auswirkung der staatlichen Diskriminierung auf das Familienleben sowie das soziale Umfeld, erhebt Selbstkonstruktion und Fremdzuschreibung ausgehend von Stellungnahmen der Betroffenen. Erst lange nach 1945 änderte sich der Umgang mit Menschen mit Behinderungen und Psychiatrieerfahrungen, nicht zuletzt dank dem Einsatz von Betroffenen. Das wirkte sich auch auf die Arbeit von Gedenkstätten aus.“

Neuerscheinung 2025

Magdalena Marsovszky: „Erfindung und Okkultisierung des Magyarentums, der heilige Gral und die heilige ungarische Krone. Völkische Esoterik in Ungarn als Gegenkultur und Modernisierungsabwehr“

Magdalena Marsovszky ist Mitglied im Villigster Forschungsforum.

Aus der Verlagsankündigung:

„Das Buch setzt sich mit der gegenaufklärerischen Transformation des politischen und kulturellen Systems Ungarns auseinander und geht der Frage nach, wie Herrschaft und Politik aus Metaphysik und ethnoreligiösen Traditionen abgeleitet werden. Es wird nachgewiesen, dass deren Ursache maßgeblich in der antimodernen Narrationskonstruktion des „Magyarentums“ als identitär-völkische Erfindung und dessen religiös-sakraler Aufladung zu suchen sind. Die öffentliche Adaption dieser Auffassung führte zu einer breiten Akzeptanz und bietet bis in die Gegenwart eine legitimierende Grundlage für den Entdemokratisierungsprozess von Gesellschaft und Politik, so dass sie sogar in der neuen Verfassung von 2012, Grundgesetz genannt, zum Ausdruck kommt.

Es wird analysiert, wie die Schattenseiten der aufgeklärt-emanzipatorischen Errungenschaften der Aufklärung angesichts der Relevanz von Esoterik, Mythen und Neomythen in der jüngeren und jüngsten Geschichte Ungarns den menschenrechtlichen Universalismus in dessen Gegenteil verbiegen.

Eingebettet in die europäische Theorien- und Ideengeschichte wird die lange soziale, kulturelle, religiös-esoterische, politische und rechtliche Vorgeschichte rekonstruiert, die der (auch verfassungsrechtlich relevanten) Transformation der letzten Jahre vorausgegangen war.“